Was unser Nervensystem mit einer Ampel zu tun hat

Unser Nervensystem ist ein komplexes System. Um es zu verstehen, kann uns das Bild einer Ampel helfen.

Eine Ampel funktioniert auf einfache Weise: Rot bedeutet Stopp! Grün heißt, du kannst dich frei bewegen. Orange ist die Brücke, der Zustand dazwischen.
Dieses Bild nehmen wir uns heute zur Hilfe um die Zustände unseres Nervensystems besser zu verstehen und zu erkennen.

Unser Nervensystem hat verschiedene Zustände, die grundsäztlich dazu dienen uns zu schützen. Dieser Beitrag kümmert sich rein darum, woran du diese Zustände erkennen und bemerken kannst. (Nicht um die Regulation)

GRÜNES LICHT
Im „grünen“ Zustand fühlen wir uns sicher, entspannt und wach. Wir können uns gut konzentrieren, sind entscheidungsfähig, fokussiert und auch gut ansprechbar. Unsere Kreativität fließt, wir haben Lust auf soziale Kontakte und generell viele Kapazitäten. Auch darauf, wie wir unsere Gefühle wahrnehmen, hat das Nervensystem Einfluss. Im „grünen“ Zustand sind unsere Gefühle differenziert, verbalisierbar und informativ. Sie überwältigen uns nicht und wir sind in der Lage, eine Meta-Perspektive einzunehmen.

ORANGE – ACHTUNG!
Der „orangene“ Zustand ist jener Zustand, in dem wir erhöhte Aufmerksamkeit und Energie haben. Der Puls steigt, Fokus schärft sich, wir werden wachsamer.
Wir beginnen zu priorisieren, da unsere Kapazitäten nicht mehr so hoch sind wie im „grünen“ Zustand. Diese Erregung des Nervensystems äußert sich auch in erhöhtem Arbeitsdruck, Gedankenkreiseln, Druck und Enge.

Der „orange“ Zustand ist grundsätzlich wichtig und gut – solange er nicht dauerhaft anhält!

Empfinden wir etwas als unlösbar und erscheint uns in einer Situation Bewegung, oder zu widersprechen, als unsicher oder unmöglich, kann ein „oranger“ Zustand die gewählte Schutzreaktion unseres Nervensystems sein. Auch „People pleasing“ ist eine „orange“ Funktion unseres Nervensystems: Das passiert, wenn sich Anpassung und Beschwichtigung sicherer anfühlt, als ehrlich und authentisch zu sein. Die Logik dahinter: Nur wenn ich lieb genug bin und die Bedürfnisse anderer erfülle, bin ich „sicher“.

WENN DIE AMPEL AUF ROT STEHT
Befindet unser Nervensystem sich im „roten“ Zustand, äußert sich das im modernen Alltag durch Überforderung und das Gefühl, keine Energie zu haben, oder durch Prokrastination (Hinausschieben). Wir sind oder fühlen uns in diesem Zustand absolut unsicher. Sind blockiert, fühlen innere Leere, sind wie weggetreten oder schauen ins Nichts. Erstarren („Freeze“) und Dissoziation sind die Folgen.

Meist wirkt dieses Verhalten objektiv von außen betrachtet vollkommen unlogisch. Doch auf Nervensystem-Ebene betrachtet, steckt dahinter eine tiefe Logik. Besonders bei Kleinkindern fällt es uns noch leichter zu sehen, dass es manchmal einfach Co-Regulation braucht, und keine Selbst-Regulation mehr möglich ist. Und dass ein Verhalten erst verändert oder reflektiert werden kann, wenn wir uns nicht mehr im „Überlebens“- oder „Alarm“-Zustand befinden.

DER SÄBELZAHNTIGER
Zum Verständnis der Funktion unseres Nervensystems kann es auch helfen, uns unsere Abstammung in Erinnerung zu holen. Der Mensch zu früheren Zeiten war z.B. gerade auf der Suche nach frischen Beeren und anderer Nahrung („grüner“ Zustand). Dann hört er ein Rascheln im Busch, ein Geräusch neben sich. Er wird wachsam, die Aufmerksam erhöht sich, Konzentration steigt. („oranger“ Zustand). Springt nun tatsächlich ein Säbelzahntiger aus dem Busch, ist der Mensch körperlich bereit für Flucht oder Kampf. Funktionieren diese beiden (orangen) Schutzmechanismen nicht mehr, bleibt nur noch, zu erstarren und sich tot zu stellen („roter“ Zustand), und darauf zu hoffen, dass die Gefahr vorüber geht.

Unsere Nervensystem Zustände sind also vollkommen logisch und sinnvoll, um eine mögliche Gefahr abzuwenden. Doch heute ist im modernen Alltag nicht immer eine reale Gefahr vorhanden und der Säbelzahntiger ist unsere grundsätzliche Lebensweise, Dauer-Stress, Perfektionismus und Leistungs-Logik. Auch unsere Gedanken haben Einfluss auf unser Nervensystem (und umgekehrt). Der Körper unterscheidet nicht zwischen einer realen Bedrohung und negativen Gedanken.

Abschließend noch eine Bemerkung zur Regulation dieser Zustände.
Die Ampel kann nicht direkt von Rot auf Grün springen oder umgekehrt. Der Wechsel geht immer über Orange. Das heißt, dass wir aus einem roten Zustand nicht sofort in Entspannung und innere Ruhe wechseln können – wir müssen den Weg über die Aktivierung des orangen Zustands nehmen. (Bewegungsmeditation, Tanzen,…)
Umgekehrt kippen wir nicht sofort aus einem entspannten, grünen Zustand in einen Kollaps des Nervensystems. Lernst du also den orangen Zustand rechtzeitig wahrzunehmen und achtest, dass er nicht auf Dauer anhält, kannst du im Alltag rote Zustände z.T. vermeiden.

HINWEIS:
Dieses Wissen stammt z.T. aus persönlichem Erleben, sowie aus einer grandiosen Masterclass von Sarah Lammer – ich kann euch ihre traumasensitive Arbeit und ihr instagram Profil nur wärmstens ans Herz legen. 

In meiner Vortragsreihe outgrow yourself hörst du ebenfalls einiges darüber, welchen Einfluss unser NS auf Veränderungsprozesse hat und wie wir dieses Wissen praktisch miteinbeziehen.

Eine Ampel funktioniert auf einfache Weise: Rot bedeutet Stopp! Grün heißt, du kannst dich frei bewegen. Orange ist die Brücke, der Zustand dazwischen.
Dieses Bild nehmen wir uns heute zur Hilfe um die Zustände unseres Nervensystems besser zu verstehen und zu erkennen.

Unser Nervensystem hat verschiedene Zustände, die grundsäztlich dazu dienen uns zu schützen. Dieser Beitrag kümmert sich rein darum, woran du diese Zustände erkennen und bemerken kannst. (Nicht um die Regulation)

GRÜNES LICHT
Im „grünen“ Zustand fühlen wir uns sicher, entspannt und wach. Wir können uns gut konzentrieren, sind entscheidungsfähig, fokussiert und auch gut ansprechbar. Unsere Kreativität fließt, wir haben Lust auf soziale Kontakte und generell viele Kapazitäten. Auch darauf, wie wir unsere Gefühle wahrnehmen, hat das Nervensystem Einfluss. Im „grünen“ Zustand sind unsere Gefühle differenziert, verbalisierbar und informativ. Sie überwältigen uns nicht und wir sind in der Lage, eine Meta-Perspektive einzunehmen.

ORANGE – ACHTUNG!
Der „orangene“ Zustand ist jener Zustand, in dem wir erhöhte Aufmerksamkeit und Energie haben. Der Puls steigt, Fokus schärft sich, wir werden wachsamer.
Wir beginnen zu priorisieren, da unsere Kapazitäten nicht mehr so hoch sind wie im „grünen“ Zustand. Diese Erregung des Nervensystems äußert sich auch in erhöhtem Arbeitsdruck, Gedankenkreiseln, Druck und Enge.

Der „orange“ Zustand ist grundsätzlich wichtig und gut – solange er nicht dauerhaft anhält!

Empfinden wir etwas als unlösbar und erscheint uns in einer Situation Bewegung, oder zu widersprechen, als unsicher oder unmöglich, kann ein „oranger“ Zustand die gewählte Schutzreaktion unseres Nervensystems sein. Auch „People pleasing“ ist eine „orange“ Funktion unseres Nervensystems: Das passiert, wenn sich Anpassung und Beschwichtigung sicherer anfühlt, als ehrlich und authentisch zu sein. Die Logik dahinter: Nur wenn ich lieb genug bin und die Bedürfnisse anderer erfülle, bin ich „sicher“.

WENN DIE AMPEL AUF ROT STEHT
Befindet unser Nervensystem sich im „roten“ Zustand, äußert sich das im modernen Alltag durch Überforderung und das Gefühl, keine Energie zu haben, oder durch Prokrastination (Hinausschieben). Wir sind oder fühlen uns in diesem Zustand absolut unsicher. Sind blockiert, fühlen innere Leere, sind wie weggetreten oder schauen ins Nichts. Erstarren („Freeze“) und Dissoziation sind die Folgen.

Meist wirkt dieses Verhalten objektiv von außen betrachtet vollkommen unlogisch. Doch auf Nervensystem-Ebene betrachtet, steckt dahinter eine tiefe Logik. Besonders bei Kleinkindern fällt es uns noch leichter zu sehen, dass es manchmal einfach Co-Regulation braucht, und keine Selbst-Regulation mehr möglich ist. Und dass ein Verhalten erst verändert oder reflektiert werden kann, wenn wir uns nicht mehr im „Überlebens“- oder „Alarm“-Zustand befinden.

DER SÄBELZAHNTIGER
Zum Verständnis der Funktion unseres Nervensystems kann es auch helfen, uns unsere Abstammung in Erinnerung zu holen. Der Mensch zu früheren Zeiten war z.B. gerade auf der Suche nach frischen Beeren und anderer Nahrung („grüner“ Zustand). Dann hört er ein Rascheln im Busch, ein Geräusch neben sich. Er wird wachsam, die Aufmerksam erhöht sich, Konzentration steigt. („oranger“ Zustand). Springt nun tatsächlich ein Säbelzahntiger aus dem Busch, ist der Mensch körperlich bereit für Flucht oder Kampf. Funktionieren diese beiden (orangen) Schutzmechanismen nicht mehr, bleibt nur noch, zu erstarren und sich tot zu stellen („roter“ Zustand), und darauf zu hoffen, dass die Gefahr vorüber geht.

Unsere Nervensystem Zustände sind also vollkommen logisch und sinnvoll, um eine mögliche Gefahr abzuwenden. Doch heute ist im modernen Alltag nicht immer eine reale Gefahr vorhanden und der Säbelzahntiger ist unsere grundsätzliche Lebensweise, Dauer-Stress, Perfektionismus und Leistungs-Logik. Auch unsere Gedanken haben Einfluss auf unser Nervensystem (und umgekehrt). Der Körper unterscheidet nicht zwischen einer realen Bedrohung und negativen Gedanken.

Abschließend noch eine Bemerkung zur Regulation dieser Zustände.
Die Ampel kann nicht direkt von Rot auf Grün springen oder umgekehrt. Der Wechsel geht immer über Orange. Das heißt, dass wir aus einem roten Zustand nicht sofort in Entspannung und innere Ruhe wechseln können – wir müssen den Weg über die Aktivierung des orangen Zustands nehmen. (Bewegungsmeditation, Tanzen,…)
Umgekehrt kippen wir nicht sofort aus einem entspannten, grünen Zustand in einen Kollaps des Nervensystems. Lernst du also den orangen Zustand rechtzeitig wahrzunehmen und achtest, dass er nicht auf Dauer anhält, kannst du im Alltag rote Zustände z.T. vermeiden.

HINWEIS:
Dieses Wissen stammt z.T. aus persönlichem Erleben, sowie aus einer grandiosen Masterclass von Sarah Lammer – ich kann euch ihre traumasensitive Arbeit und ihr instagram Profil nur wärmstens ans Herz legen. 

In meiner Vortragsreihe outgrow yourself hörst du ebenfalls einiges darüber, welchen Einfluss unser NS auf Veränderungsprozesse hat und wie wir dieses Wissen praktisch miteinbeziehen.

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